Das neue Schweizer Datenschutzgesetz: Was nun? Was gilt es zu beachten?

DSG - Schweizer Datenschutzgesetz Die Schweiz revidiert das neue Schweizer Datenschutzgesetz. Neben Ähnlichkeiten enthält es auch grundsätzliche Unterschiede zur europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Unternehmen und Marketer müssen darauf reagieren. Die Verankerung von Consent Management in die Unternehmensstrategie ermöglicht Vertrauensbildung mit KundInnen und Vorsprung gegenüber anderen Marktteilnehmern. Das Schweizer Datenschutzgesetz (DSG) wurde nach einem mehrjährigen Gesetzgebungsprozess Ende September 2020 vom Schweizer Parlament revidiert. Es soll bis 2022 ohne Übergangsfrist in Kraft treten.
Das neue DSG führt zu Angleichungen an die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), weicht aber auch neben bloßen Begrifflichkeiten, wie etwa “Personendaten” statt “Personenbezogenen Daten”, in wichtigen Punkten von dieser ab. Anders als in der DSGVO bleibt nach wie vor der Grundsatz “Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt” erhalten. Das bedeutet, dass ein Opt-Out vorgesehen ist und vorerst keine, mit Ausnahmen, explizite Einwilligung notwendig sein wird.   
 

Neuerungen und Verschärfungen durch das DSG

Viele Elemente, die in der mitunter emotional geführten Debatte diskutiert wurden, existieren schon: Explizite Einwilligung bei hohem Risiko im Rahmen des Profiling (neues DSG Art. 6 Grundsätze bzw. Art. 31 Rechtfertigungsgründe) oder die Verpflichtung zu Hinweisen über die Verwendung von Cookies (FMG).
 
Das bedeutet aber nicht, dass es keine Verschärfungen geben wird. Zu den wesentlichsten Neuerungen im Vergleich zum alten DSG zählen   
  • eine erweiterte Informationspflicht, 
  • die Pflicht zur genauen Dokumentation,
  • der Ausbau des Geltungsbereiches der Rechte der betroffenen Personen und
  • strengere Sanktionen (Bußgelder).

Diese Änderungen können als Belastung gesehen werden, aber abgesehen von den Sanktionsmechanismen können die genannten Aspekte zur Vertrauensbildung und als Marketingstrategie genutzt werden.   

Consent Management als Chance

KonsumentInnen legen immer mehr Wert auf Transparenz und Information. Damit wird Vertrauen zu einem operativen Tool und die effiziente Verwaltung der Zustimmung (Consent Management) zu einem wesentlichen Aspekt in der Umsatzgenerierung.    

Wer ist von den Änderungen des DSG betroffen?

Der Anwendungsbereich des DSG ist sehr breit. Es wird demnach nur wenige Unternehmen und öffentliche Verwaltungen in der Schweiz  geben, die nicht von der Revision betroffen sind. Insbesondere Unternehmen außerhalb der Schweiz, welche auf Grund des Auswirkungsprinzips des neuen DSGs erfasst sind, werden den Änderungen Beachtung schenken müssen, sieht dieses z.B.  eine Vertretung in der Schweiz vor.   

Wie relevant sind die Änderungen? 

Mit dem Marktortprinzip ist eine vergleichbare Regelung in umgekehrter Richtung schon bekannt. Davon betroffen sind Schweizer Firmen, die Webtracking von EU BürgerInnen verwenden. Wenn also Waren oder Dienstleistungen angeboten werden, Profilbildung über Tracking auf Websites oder etwa die Erstellung von Kaufprofilen Ziel sind, so ist das möglich, solange kein hohes Risiko bzw. keine besonders schützenswerten Daten bearbeitet werden. Auf jeden Fall sollte man darauf vorbereitet sein, sich rechtfertigen zu können, sollte der Grad des Details hoch sein.   
  • Profilbildung um seinen Kundenstock besser zu verstehen – Statistischer Ansatz: Es besteht kein “individuelles” Interesse an den Personendaten, sondern “allgemeines Interesse”, nämlich zu statistischen Erhebungen. Hier ist eine Opt-out Möglichkeit ausreichend. 
  • Anders kann bei der Bildung von individuellen Kaufprofilen gelten – Individueller Ansatz: Es gilt eíne gesonderte Einwilligung einzuholen. In  der Schweiz wir es wohl erlaubt sein vorab angekreuzte Consent-Tickboxen zu verwenden. 
 
Nichtsdestotrotz sollte aber in grenznahen Bereichen geprüft werden, ob Bereiche der DSGVO auch auf Schweizer Unternehmen anwendbar sind. Consent Management kann auch hier ein wesentlicher Beitrag zur Vereinfachung der konformen Nutzung von Tracking sein. Geolokalisierung erlaubt ein automatisches Ausspielen von  maßgeschneiderten Zustimmungsregelungen. Damit wird vermieden, dass Rechte verletzt werden und die richtigen Informationen werden geteilt.   

Im Datenschutzbereich tut sich sehr viel und es wird weiterhin dynamisch bleiben.  

Unser Credo lautet: Staying ahead! Consent ist nach dem neuen Schweizer DSG oft  ein “Must” und jedenfalls der sichere Weg. Die Implementierung einer Consent Management Platform ermöglicht es, auf Änderungen der geltenden Rechtsgrundlagen schnell reagieren zu können.   

Wettbewerbsvorteil Consent Management Strategie

Das kontrollierte, transparente und optimierte Einholen von Einwilligungen sehen wir als Chance. Durch die richtige Handhabung der Daten können die Kunden besser verstanden werden, um eine bessere Vertrauensbeziehung aufzubauen. Der Umgang und die Kommunikation nach Außen, das “Wie” wird hier entscheidend sein! Der Ansatz Consent Management und Datenbearbeitung als wertvollen Bestandteil eines Unternehmens in die Unternehmensidentität zu integrieren, muss verfolgt werden.    Beim “Starten”, nämlich der Strategie dahinter, der Auswahl der für Sie richtigen Tools und der Implementierung und Wartung, können wir Sie gerne unterstützen. Eine erste Orientierung gibt unser aktualisiertes Whitepaper Consent Management Platforms im Vergleich.    

Unternehmen, die sich schon jetzt mit einer Implementierung beschäftigen, investieren nicht nur in einen Vorsprung, sondern vermitteln proaktiv, dass sie mit dem Vertrauen ihrer KundInnen verantwortungsvoll umgehen.  
Im Vergleich zu den Kosten ist effizientes Consent Management nicht nur kostengünstig sondern vielmehr ein strategisches Investment.  Wir beraten Sie gerne persönlich! 

Bei allen Fragen zu datenschutzrechtlichen Themen helfen Ihnen unsere Experten gerne weiter: kontakt@e-dialog.at

Hinterlassen Sie einen Kommentar: